In der Saison 2025/2026 haben wir eine neue Reihe namens Wurstkurve. Ein Format, welches die Verpflegungsangebote bei unseren Auswärtsspielen ein bisschen genauer unter die Lupe nimmt. Heute zu Gast beim FC Germania Friedrichstal.
Das vorletzte Auswärtsspiel auf unserer Abschiedstour durch die Kreisliga steht an. Heute geht es zum Kellerduell nach Stutensee. Der Tabellenletzte FC Germania Friedrichstal empfängt den TSV zum „Sportfestkick“, denn beide Teams haben keine Chance mehr auf den Klassenerhalt. Ein Vorspiel gibt es heute leider nicht, weil die zweite Garde der Friedrichstaler spielfrei ist. Somit hat die Wurstkurve bei meiner Ankunft am Sportplatz auch noch nicht geöffnet. Während ich also das Warmmachen der Mannschaften unter die Lupe nehme, sehe ich aus dem Augenwinkel, wie langsam Leben am Sportplatzrand einkehrt: Kisten werden geschleppt und die Theke verkaufsfertig gemacht. Da das Warmmachen – wie es in der Natur der Sache liegt – an Spannung zu wünschen übriglässt, widme ich mich der Wurstkurve. Diese befindet sich an der Längsseite des Sportplatzes in direkter Verlängerung zum Clubhaus und ist somit sehr nah am Spielfeldrand. Man hat als Wurstkurve-Gänger beste Sicht auf den Platz, wenngleich man bei Regen wortwörtlich in selbigem steht, da eine Überdachung direkt an der Wurstkurve nicht vorhanden ist.
Kategorie Platzverhältnisse:
- keine Stehtische oder Bierzeltgarnituren, Stehplätze direkt hinter der Bande am Spielfeld
- Sitzplätze im direkt angrenzenden Biergarten der Gaststätte „Schnitzelparadies“
- Ca. 5 Meter vom Spielfeld entfernt
- keine Überdachung
- Toilette in den Katakomben des Clubhauses

Bei angenehmen 18 Grad habe ich natürlich schon vor Anpfiff Durst, doch an der Wurstkurve des FC Germania Friedrichstal, über der ein schönes Holzschild mit der Aufschrift „FC Germania Biergärtle“ prangt, sucht man ein Verkaufsschild vergebens. Da der Wurstkurve-Keeper und die junge Servicekraft gerade den Kühlschrank befüllen, nutze ich die Gunst der Stunde und gönne mir eine Spezi, die ich im Kasten neben Cola und Fanta erspähe. Daneben gibt es auch Hoepfner-Pils aus der Flasche. Weitere Getränke könnten auf Nachfrage erhältlich sein, das ist jedoch nur eine Vermutung. Daher ein gut gemeinter Tipp an euch, liebe Germanen: Druckt doch einen Zettel mit euren Angeboten aus und bringt ihn an eurem schönen „Biergärtle“ an. Das ist kein großer Aufwand und eure Besucher wissen direkt, was sie bei euch zu welchen Preisen erwerben können.

Kategorie Getränkeangebot:
- Verkaufsschild leider nicht vorhanden
- Cola, Fanta und Spezi je 0,33l
- Pils je 0,33l
- Eventuell auch weitere Getränke, allerdings nicht erkennbar ohne Nachfrage

Wie eingangs bereits erwähnt machen die Teams ihren Tabellenplätzen heute alle Ehre und präsentieren einen wahren „Sportfestkick“, somit geht es torlos in die Halbzeit und für mich mit knurrendem Magen erneut zur Wurstkurve. Meine Hoffnung, dass der Wurstkurve-Keeper und seine nette Helferin in der Zwischenzeit vielleicht für ein Verkaufsschild gesorgt hätten, wird schnell zunichte gemacht. Also frage ich nach, was es zu essen gibt. Man hat die Wahl zwischen einem Frikadellenweck und einem Schnitzelweck. Zwar hatte ich mich bereits auf eine Wurst gefreut, aber die Frikadelle im Brötchen weckt Erinnerungen an meine Schulzeit und so ist die Entscheidung schnell gefallen. Zwei freundliche Herren, die augenscheinlich zum Friedrichstaler Anhang gehören, bestärken mich in meiner Entscheidung, da sie die gleiche Wahl treffen und überlassen mir die erste Frikadelle. Vegetarier gehen hier leer aus, für sie bleibt nur ein trockenes Brötchen oder der Gang ins „Schnitzelparadies“ (wobei hier der Name auch eher wenig vegetarische Optionen vermuten lässt 😉).
Da wir auf unsere Frikadellen noch ein paar Minuten warten müssen, vertreiben wir uns die Zeit mit einem netten Plausch an der Theke des „Biergärtles“. Einer der Herren, der sich im Verlauf des Gesprächs als Stadionsprecher outet, klagt sein Leid über die vielen verletzungsbedingten Wechsel seines Teams und den ausgedünnten Kader aufgrund des zeitgleich stattfindenden KSC-Spiels. Geteiltes Leid ist halbes Leid – darauf einigen wir uns, schließlich sind einem als Anhänger des TSV Auerbach solche Probleme durchaus geläufig. Augenzwinkernd kann er dem „Sportfestkick“ aber doch noch etwas Gutes abgewinnen, schließlich haben seinen Germanen bisher keinen Gegentreffer kassiert, was in dieser Saison recht selten vorkam (wem sagt er das?) … Der Wurstkurve-Keeper wirft unterdessen die Idee in den Raum, seine Tochter die Friedrichstaler Herren trainieren zu lassen, bei Union Berlin hat schließlich interimsweise auch eine Frau übernommen! Während der dritte Wurstkurven-Gänger über einen möglichen Wechsel von Christian Eichner zu Union Berlin spekuliert, ist meine Frikadelle fertig. Senf und Ketchup stehen auf der Theke bereit. Das Brötchen könnte für meinen Geschmack etwas knuspriger sein, aber die Frikadelle (laut Auskunft der Herren vom Clubhaus-Wirt zubereitet) schmeckt einwandfrei und versüßt mir den Start in die zweite Halbzeit trotz mehrerer Großchancen für die Germania. Durch den Lucky Punch in der Nachspielzeit gewinnt jedoch der TSV und sorgt für den ersten Auswärtsdreier der Saison, was der Wurstkurve einen Extrapunkt beschert. Vielleicht war es ja die Glücksfrikadelle?

Kategorie Essensangebote:
- Frikadellenweck
- Schitzelweck
- kein vegetarisches Angebot
- Weitere Speisen gibt es im Restaurant „Schnitzelparadies“
Das war es auch schon mit der vorletzten Wurstkurve der Saison im weit entfernten Friedrichstal, zum Abschluss folgen wie gewohnt die Preisgestaltung und die Zusammenfassung.
Kategorie Preisgestaltung:
- Pils für ? €
- Cola, Fanta, Spezi für 2,50 €
- Frikadellenweck für 5,00 €
- Schnitzelweck für ? €
Zusammenfassung:
- keine Stehtische oder Bierzeltgarnituren
- Stehplätze direkt hinter der Bande
- Stimmung neutral bis freundschaftlich
- ca. 5 Meter vom Spielfeld entfernt
- sehr gute Sicht auf das Spielfeld
- ersichtliche Preise angemessen, Verkaufsschild fehlt allerdings
- zu kleines Angebot an Speisen
- kein vegetarisches Angebot vorhanden
- angemessenes Angebot an Getränken
- ein Wurstkurve-Keeper und eine Servicekraft im Einsatz


