TSV Schöllbronn – TSV Auerbach 2:2 (0:1)
Punktgewinn mit bitterem Beigeschmack
Mit großen Personalsorgen und nach der deutlichen Niederlage der Vorwoche reiste der TSV Auerbach zum nächsten Auswärtsspiel beim favorisierten TSV Schöllbronn. Die Ausgangslage hätte kaum schwieriger sein können: Mit den Stammkräften Janic Meier und David Offterdinger fehlten zwei wichtige Säulen, sodass kurzfristig sogar Spieler aus der zweiten Mannschaft nach deren eigener Partie noch nach Schöllbronn nachreisen mussten, um zumindest auf der Bank Platz zu nehmen. Entsprechend klar schien die Rollenverteilung vor dem Anpfiff, doch die stark ersatzgeschwächte Bernecker-Elf sollte an diesem Nachmittag Moral beweisen. Bereits in den ersten Minuten entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Für die Hausherren sorgte Ex-Auerbacher Mert Sahin mit einem scharf getretenen Freistoß für einen Hauch von Gefahr, ehe auf der Gegenseite eine Ecke von Kapitän Balzer für ein erstes Raunen unter den Zuschauern sorgte. Nur wenig später wurde es erneut brenzlig, als ein langer Ball auf Hillert im Eins-gegen-Eins mit TSV-Keeper Baier endete, der Schöllbronner sich aber nur durch ein Foulspiel gegen unseren Schlussmann zu helfen wusste. In der 10. Minute belohnten sich die Gäste schließlich für ihren mutigen Beginn. Eine perfekt getretene Ecke von Manu Balzer segelte an den langen Pfosten, wo Nils Bodemer völlig freistehend zum Kopfball kam und zur frühen Führung einnickte. In der Folge erhöhte Schöllbronn erwartungsgemäß den Druck. Herp verpasste zunächst am langen Pfosten (13.), ehe Baier in der 23. Minute mit einer sehenswerten Flugparade einen gefährlichen Abschluss zur Ecke lenkte. Auch nach einem Eckball in der 26. Minute hatten die Gastgeber Pech, als ein abgefälschter Versuch von Sahin nur knapp über den rechten Winkel strich. Kurz vor der Pause musste der TSV dann noch einmal alles in die Waagschale werfen: Erst parierte Baier stark, den anschließenden Nachschuss kratzte Rapp in höchster Not von der Linie (43.). Auf der Gegenseite bot sich in der Nachspielzeit eine vielversprechende Konterchance über Marcel Baier und Edgar Erismann, doch gegen die aufgerückte Schöllbronner Defensive wurde diese Situation nicht sauber ausgespielt.
Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie zunehmend eine hektische Wendung. Zunächst bewahrte Baier sein Team erneut vor dem Gegentreffer, als er einen tückischen Distanz-Nachschuss nach Freistoß noch über die Latte lenkte (49.). Zehn Minuten später folgte dann die erste Szene, die für reichlich Diskussionen sorgte: Nach einem absolut harmlos wirkenden Zweikampf entschied der Unparteiische auf Strafstoß für Schöllbronn. Stengele-Kastner ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte sicher zum 1:1 (59.). Die Partie blieb umkämpft, die TSV-Defensive stand stabil, doch klare Entlastung gab es nur selten, wie etwa bei einem gut getretenen Freistoß von Balzer, der nur knapp über den Kasten strich (66.). In der 75. Minute folgte dann eine Entscheidung, die aus Auerbacher Sicht für großes Unverständnis sorgte: Spielertrainer Bernecker wurde wegen einer vermeintlichen Notbremse mit der Roten Karte vom Platz gestellt. Eine Bewertung, die angesichts der Situation und der Absicherung durch weitere Verteidiger auf dem Feld äußerst zweifelhaft wirkte. Besonders ärgerlich: Eine Rücksprache mit dem besser postierten Assistenten blieb aus. Auerbach musste die Schlussphase somit in Unterzahl bestreiten. Der anschließende Freistoß wurde von den Gastgebern flach unter der Mauer hindurch geschossen, doch Baier reagierte erneut glänzend gegen den eingelaufenen Angreifer und verhinderte den Einschlag aus kurzer Distanz mit einem starken Reflex. Trotz Unterzahl hatte der TSV noch etwas im Köcher und drehte die Partie. Nach einem Ballgewinn schickte Felix Rapp Marcel Baier auf die Reise. Dieser umkurvte Schöllbronns Keeper Bangert und hatte beim Abschluss das nötige Quäntchen Glück, als ein zurückgeeilter Verteidiger seinen Schuss entscheidend zum 1:2 ins eigene Tor abfälschte (80.). In der hektischen Schlussphase verteidigte Auerbach mit einem Mann weniger leidenschaftlich und mit großem Einsatz. Die Angriffe der Gastgeber blieben dabei lange Zeit ohne große Möglichkeiten. Doch als alles nach einem sensationellen Auswärtssieg aussah, schlug in der Nachspielzeit noch einmal das Pech zu: Bei einem Klärungsversuch im Strafraum köpfte ein Auerbacher Verteidiger den Ball unglücklich an einen Mitspieler, von dort sprang das Leder schließlich in die eigenen Maschen (92.). Die verbleibenden Minuten der großzügig bemessenen Nachspielzeit überstand der TSV dann jedoch unbeschadet und rettete zumindest einen Punkt über die Zeit. Auch wenn sich dieser Zähler nach dem Spielverlauf und aufopferungsvollem Kampf der personell gebeutelten Mannschaft beinahe wie zwei verlorene Zähler anfühlt, bleibt unter dem Strich eine engagierte Leistung, auf der sich im Abstiegskampf aufbauen lässt. Zumindest ein Big Point für die Moral vor dem spielfreien Wochenende.

